FAMILY TIPPS - SCHWANGERSCHAFT - nabelschnurblut: ein bericht

Nabelschnurblut: Gestern medizinischer Sondermüll – Heute ein lebensrettendes Arzneimittel

Während frischgebackene Eltern Ihr Neugeborenes im Arm halten und die erste Zeit mit dem Neuankömmling genießen, wird die so genannte Nachgeburt – sprich Plazenta und Nabelschnur-, die das Kind im Mutterleib mit Nahrung und Sauerstoff versorgt hat, üblicherweise als medizinischer Sondermüll verworfen.

Die Nachgeburt enthält jedoch wertvolles Blut welches reich an Millionen von Stammzellen ist. Diese Nabelschnurblutstammzellen werden bereits seit Jahrzehnten bei der Behandlung von Leukämien, Lymphknotenkrebs und angeborenen genetischen Erkrankungen angewandt. Mehr als 20.000 Patienten, Erwachsene wie Kinder wurden bereits mit Nabelschnurblutstammzellen behandelt.

Seit einigen Monaten besteht nun erstmals in ganz Österreich die Möglichkeit, das Nabelschnurblut zu sammeln und nach fachgerechter Aufbereitung und Konservierung für kranke Menschen weltweit zur Verfügung zu stellen.

Unser Unternehmen, das bislang Eccocell hieß und seit kurzem den Namen VivoCell Biosolutions trägt, hat die Bewilligung, eine öffentliche Nabelschnurblutbank aufzubauen. Wir übernehmen die Abnahme, den Transport, die Aufbereitung, Charakterisierung und Lagerung von Nabelschnurblut vollkommen kostenfrei für die Spender. Ein großzügiges Investment einer oberösterreichischen Industriellenfamilie macht dies möglich. Die für eine Transplantation relevanten Daten werden anonymisiert an das internationale Stammzellspenderegister weitergeleitet und können von dort weltweit abgefragt werden. Das gespendete und bei uns eingelagerte Nabelschnurblut steht allen Menschen, die eine Stammzelltransplantation brauchen, zur Verfügung. Nabelschnurblut wird zunehmend anstelle von Knochenmark angewandt, da es gegenüber Stammzellen aus dem Knochenmark rascher verfügbar ist und insgesamt weniger Abstoßungs-reaktionen hervorruft. Weltweit sind bereits 350.000 Nabelschnurbluteinheiten gesammelt worden. Trotzdem ist das viel zu wenig - Immer noch finden 2/3 aller, die eine nicht familiäre Fremdspender-transplantation brauchen, nicht rechtzeitig Stammzellen mit passendem Gewebetyp. Wir haben die einmalige Chance dies zu ändern, indem wir das Pool an verfügbaren Nabelschnurbluteinheiten mit einer Vielzahl verschiedener Gewebetypen erweitern.

Nahezu jeder hat die Erfahrung gemacht, von verzweifelten Angehörigen oder Freunden von Krebskranken zur Registrierung als Knochenmarkspender aufgerufen zu werden, weil für den Betroffenen kein passender Knochenmarkspender gefunden werden kann.

Ab sofort kann jedes werdende Elternpaar einen Teil dazu beitragen, dass das kostbare Nabelschnurblut, das bislang meist achtlos entsorgt wird, gesammelt wird und mehr Patienten geholfen werden kann.

Je mehr Nabelschnurblut gesammelt wird, desto größer wird die Chance auch für jeden einzelnen in unserem Land im Bedarfsfall rechtzeitig geeignete Stammzellen zu finden.

Eltern, die das Nabelschnurblut ausschließlich für ihr eigenes Kind aufbewahren möchten, haben dazu selbstverständlich die Möglichkeit. Diese kostenpflichtige Variante beinhaltet das alleinige  Anspruchsrecht des Kindes auf die Zellen und sind Eigentum desselben. Gewebemerkmale werden in diesem Fall nicht bestimmt.

Wir bitten Sie, uns mit Ihrer Nabelschnurblutspende zu unterstützen.
Denn jede einzelne Nabelschurbluteinheit, die gesammelt wird und nicht mit dem Müll entsorgt wird, kann möglicherweise ein Menschenleben retten. 


Quelle und Bilder: http://www.vivocell.org; Mag. Isabella Stolz

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